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Online: Debattenkultur im Netz: Neue Grenzen der Meinungsfreiheit?

Veranstalter Veranstalter: Bayerisches Seminar für Politik e.V. Bayerisches Seminar für Politik e.V.
Datum Mo. 06.12.2021 ab 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Veranstaltungsart Digitales Format
Kursnummer 21O1205
Kursgebühr Teilnahme kostenfrei. Anmeldung erforderlich.
Kursleitung

„Cancel Culture“, manchmal auch „Call-out Culture“ genannt, ist eine moderne Form des Prangers. Online, im Beruf oder privat – wer beispielsweise etwas Diskriminierendes sagt oder tut, der wird „gecancelt“, das heißt, er soll von Bühnen oder aus dem TV-Programm verschwinden, den Job verlieren oder nicht mehr Teil der Freundesgruppe sein.
„Cancel Culture“ stellt also eine Form des Boykotts dar. Dabei geht es meist um mehr als um harmlose Meinungsäußerungen. Es geht um Fragen sozialer Gerechtigkeit, Sexismus, Rassismus und Homophobie. Die „Cancel Culture“ scheint auf den ersten Blick ein Bekenntnis zu den Menschenrechten und demokratischen Werten zu sein. Tatsächlich kann sie diesen Ansprüchen gerecht werden, wenn sie beispielsweise Antisemitismus politisch in die Schranken weist und der Öffentlichkeit entzieht. Problematisch kann es jedoch ab dem Zeitpunkt werden, ab dem man nicht mehr lediglich den politischen Standpunkt oder die inhaltliche Ausrichtung eines Menschen angreift, sondern sich auf seine Person konzentriert.

Doch der Begriff hat sich längst zu einem Kampfbegriff stilisiert – oft unklar, um was es sich dabei genau handelt. Die „sozialen“ Medien und ihre Funktions-Logik verstärken diese Effekte: Filterblasen, Echokammern und die Angst vor Shitstorms erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit einer konstruktiven Debatte, sondern spitzen im Gegenteil extreme Meinungen weiter zu. Wie viel Polarisierung ist gut für die Debattenkultur? Wie kann gegen rassistische oder frauenfeindliche Beleidigungen vorgegangen werden, insbesondere im anonymen Netz vermeintlich ohne Anstandsregeln, ohne dabei Andere zu diffamieren? Wo sind Grenzen der Meinungsfreiheit? Die Diskussion darüber ist breit, ein gutes Zeichen. Aber auch die Eiferer auf beiden Seiten legen es darauf an, den Konflikt eskalieren zu lassen. Was kann jede/r Einzelne tun, wie können wir gemeinsam und mit Lösungen aus dieser Debatte hervortreten? Wie verändert sich die Debattenkultur in Deutschland – und damit auch Machtverhältnisse?
Wir möchten dazu mit Ihnen und unseren ReferentInnen in Diskussion kommen:
u.a.:
Prof. Dr. Andrea Geier, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Genderforschung and der Universität Trier, Vorstand des Centrums für Postcolonial und Gender Studies
Prof. Dr. Christian Bermes, Professor und Institutsleiter für Philosophie an der Universität Koblenz-Landau, Autor u.a. von "Meinungskrise und Meinungsbildung" (2021) und "Wandel der Sprach- und Debattenkultur" (2019)
Moderation:  Sophia Wetzke, rbb-Journalistin




Kursort

Online

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