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Georg-von-Vollmar-Akademie
Georg von Vollmar
Waldemar von Knoeringen
Schloss Aspenstein
Geschüzt
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Gründung![]()
Am 30.1.1948 fasste die bayerische SPD den Beschluss, von der Vermögensverwaltung Bayern Schloss Aspenstein in Kochel am See für fünf Jahre zu pachten. Die monatliche Pacht betrug 400 RM. Gleichzeitig erging der Beschluss, die Georg-von-Vollmar-Schule zu gründen. 1. Schulleiter wurde Waldemar von Knoeringen (a.a.o.). Für Waldemar von Knoeringen war die politische Bildungsarbeit Voraussetzung jeder politischen Arbeit: "Wenn wir in Deutschland eine demokratische Basis schaffen und erhalten wollen, hängt das von der Bildung ab, und zwar von der Erwachsenenbildung. ... Junge Menschen müssen die Möglichkeit finden, sich mit den Problemen der Gesellschaft und sozialistischen Ideen vertraut zu machen." (1950) Bereits am 25.7.1948 fand ein erster Kurs in Kochel statt. In Eigenarbeit war das völlig verwahrloste Schlösschen notdürftig instand gesetzt worden. In den "Kochelbriefen" gibt es anschauliche Schilderungen, welche Aufgabe zu bewältigen war: "Als wir in den Januartagen des Jahres 1947 zum ersten Mal das Haus am Aspenstein betraten, da fanden wir es wüst und leer. Kein Stuhl, kein Tisch, kein Bett - nichts war in den verschmutzten Räumen. Die Fenster waren alle eingeschlagen, die Holzdecken abgerissen." (Kochel-Brief 1958) Auf Bitten Knoeringens organisierten die Harlachinger Jungsozialisten aus München mit Hans Fried an der Spitze Fahrten nach Kochel, um Schlösschen und Umfeld aufzuräumen und herzurichten. Mit Hilfe zahlreicher Parteifreunde war es möglich, die notwendigsten einrichtungsgegenstände zu beschaffen. Seminarraum wurde die ehemalige Bibliothek im ersten Stock des Schlösschens, eingerichtet mit alten Schulbänken. "Schon das Einladen der Teilnehmer war eine schwierige organisatorische Arbeit. Es hatte sich noch nicht herumgesprochen, dass es die Vollmar-Schule gibt. Es war eine Zeit, wo es das Schwierigste war, Essen zu beschaffen. Es gab ja damals noch die Lebensmittelrationierung, und man musste Lebensmittelmarken mitbringen und - wenn es ging - Wolldecken, sonst hatte man zu frieren gehabt. Ein Problem war es, Bleistifte und Papier zu haben. Nichts war vorhanden, was man für einen normalen Schulbetrieb braucht. Wir haben wirklich aus dem Nichts angefangen." (Inge Gabert, Kochelbrief 130). 1950 wurde der Verein Georg-von-Vollmar-Schule e.V. gegründet. 1. Vorsitzender wurde Waldemar von Knoeringen. 1951 erwarb der Verein das Anwesen und das Grundstück "Schloss Aspenstein". Zur Begleichung des Kaufpreises wurden überwiegend Ansprüche der SPD aus Enteignungen 1933 eingesetzt. 1955 schließlich wurde die Gemeinnützigkeit des Vereins anerkannt. Bildungsprogramm damals![]() Politischer Elementarkurs 1950 Das Programm der Georg-von-Vollmar-Schule, wie es sich in den Kursthemen darstellt, spiegelte die wichtigen Zeitfragen wider. Damals war das der Aufbau eines demokratischen Gemeinwesens. Zur Illustration das Kursprogramm der Monate Januar bis März 1950 unter dem Thema "Grundsätzliche und aktuelle Politik der SPD". Termine: 8.-14. Januar, 5.-11. Februar, 5.-11. März Dieses Programm war geprägt und gestaltet vom Gründer und langjährigen Leiter der Schule, Waldemar von Knoeringen. In den Programmen - und vor allem in ihrer didaktischen Ausgestaltung sollte der Geist der Demokratie gelebt und weitergetragen werden. "Demokratie ist die vornehmste, menschenwürdigste, aber schwierigste Staatsform. Sie ist nüchtern und ein ständiger Appell an die Vernunft. Sie verlangt Menschen, die sich ihrer Würde bewußt sind. Das Gespräch ist die Seele der Demokratie. Die offene geistige Auseinandersetzung ist die ständige Bewährungsprobe für unserer freiheitliche Ordnung." (Knoeringen Bay. Landtag, 15.1.1963). Der Kommunikation zwischen Trägern, Kursteilnehmern und -teilnehmerinnen und Förderern, diente der "Kochel-Brief", eine wenig aufwändig hergestellte Zeitschrift mit Berichten über die Arbeit, Artikeln zu Grundsatzpositionen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Erfahrungsberichten. Die 1. Ausgabe erschien im Januar 1950, 1986 wurde die Publikation eingestellt. Finanzen in den GründerjahrenTrotz vergleichsweise sehr hohen Teilnahmegebühren, trotz größtenteils ehrenamtlicher Schulungsarbeit mussten erhebliche Beträge zusätzlich eingeworben werden. Das übernahmen am Anfang die SPD-Bezirke. Aluch die SPD-Mitglieder des Landtags und des Senats leisteten Beiträge. 1949 beschloss der Landesparteitag der SPD, Bildungsfond-Marken für die Vollmar-Schule einzuführen, das "Kochel-Zehnerl". Die Mitglieder der SPD in Bayern zahlten zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag zehn Pfennig monatlich. Diese - eigentlich freiwillige - Spende wurde von den Mitgliedern als selbstverständliche Verpflichtung angesehen. Kaum jemand entzog sich. Bald kamen auch öffentliche Mittel hinzu, und die wirtschaftlichen Zwänge wurden geringer.
Von der Schule zur AkademieNachdem für die drängendsten Probleme der Bildungsstätte in Kochel zufriedenstellende Lösungen gefunden worden waren, widmete sich der Verein weiteren Anforderungen. Der Bedarf an Seminaren vor Ort wuchs. Die Vollmar-Schule baute deshalb ein Netz von Außenstellen auf (in Augsburg, Regensburg, Stuttgart, Bern und Zürich) und veranstaltete Außenseminare in Ober- und Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz). Eine wichtige strukturelle Veränderung der Arbeit löste eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus. Dieses entschied 1966, dass öffentliche Mittel für politische Bildungsarbeit nicht mehr unmittelbar den politischen Parteien zuzuwenden seien. Damit war der bis dahin praktizierte Weg der Finanzierung der Vollmar-Schule - über die bayerische SPD - nicht mehr gangbar. Die öffentlichen Mittel für die politische Erwachsenenbildung gingen von diesem Zeitpunkt an an die parteinahen Einrichtungen für politische Bildung. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, neue Empfängerin der Bundeszuwendungen für SPD-nahe politische Bildungsarbeit, erklärte sich bereit, künftig die Vollmar-Schule finanziell zu unterstützen. Dafür wurden Veränderungen vorgenommen, die in der Vollmar-Satzung ihren Niederschlag fanden. Der Verein wurde so 1968 umstrukturiert: Die Mitgliedschaft im Verein wurde von juristischen Personen (bis dahin vor allem Gliederungen der SPD in Bayern) auf natürliche Personen umgestellt und auf eine Höchstzahl von 30 begrenzt. |
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